Interkommunales Städtenetzwerk Fernost zieht erfolgreiche Bilanz seiner Ansiedlungsaktivitäten

Auf 17 Seiten ist die Bilanz nachlesbar, die der Zweckverband Städtenetzwerk Fernost in seinem Jahresbericht 2018 zieht. Alle Aktivitäten fanden unter dem Dach der interkommunalen Zusammenarbeit „Drei gewinnt“ der Städte Rüsselsheim am Main, Raunheim und Kelsterbach statt. Der Rüsselsheimer Magistrat hat den Bericht in der ersten Sitzung im neuen Jahr behandelt und leitet ihn nun der Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnis zu.

Über 40 Unternehmen aus der Volksrepublik China haben seit Beginn der gemeinsamen Aktivitäten zur Ansiedlung von Unternehmen aus China ihren Weg in die „Drei gewinnt“ Kommunen gefunden, darunter 15 Neuansiedlungen in 2018. Für Rüsselsheims Oberbürgermeister Udo Bausch belegt der Bericht die erfolgreichen Netzwerk- und Vermarktungsaktivitäten des Zweckverbands. Er betont daher, dass die enge Begleitung von Unternehmen in allen Phasen der Ansiedlung ein wichtiger Erfolgsfaktor sei. Dies gelte grundsätzlich für Unternehmensansiedlungen.

„In Rüsselsheim am Main hat sich im April 2018 beispielsweise die Firma SolaX neu angesiedelt, ein chinesischer Anbieter von Solaranlagen-Zubehör und Technologie, der seinen Hauptsitz in Hangzhou (Provinz Zhejiang) hat“, sagt Bausch. Weltweit beschäftige das Unternehmen 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es habe seinen Standort aus dem britischen Warwickshire nach Rüsselsheim verlegt. Schon seit 2013 ist die Absen GmbH am Standort Rüsselsheim ansässig und hat sich seither sehr gut etabliert und entwickelt. Absen produziert hochwertige LED Displays und ist der größte chinesische Exporteur in diesem Bereich. Das Mutterhaus in China, das 2001 in Shenzhen gegründet wurde, vertreibt seine Produkte in über 120 Ländern. „Die Absen GmbH übernimmt den Vertrieb des Produktportfolios in Europa und unterhält hier neben einem Lager und einen Showroom auch einen technischen Kundenservice. Aktuell gibt es am Standort Rüsselsheim 17 Beschäftigte“, führt Bausch weiter aus.

Eine weitere chinesische Ansiedlung in Rüsselsheim am Main ist das Unternehmen H.A. (Germany) GmbH, das zur HUAYU Automotive Systems Co., Ltd. (HASCO) gehört, die ihrerseits wiederum mehrheitlich zur chinesischen SAIC Gruppe gehört. Das Geschäftsfeld des Unternehmens ist die Entwicklung von Scheinwerfern und Rückleuchten sowie zugehöriger Materialen. „Die im Jahr 2016 gegründete GmbH ist aus der hier ansässigen Repräsentanz der Firma SKoito Automotive Lamp Co. Ltd. hervor gegangen. Das spricht dafür, dass die Qualität am Standort Rüsselsheim stimmt und wir Entwicklungsperspektiven bieten“, erklärt Bausch weiter. Die Ansiedlungsstrategie verfolge das Ziel, den Standort im Herzen des Rhein-Main-Gebietes langfristig weiter zu stärken, auch wenn sich dies aktuell noch nicht in Gewerbesteuereinnahmen ausdrücke.

Generell haben die „Drei gewinnt“ Kommunen in der Satzung des Zweckverbands Städtenetzwerk Fernost festgelegt, sich das Gewerbesteueraufkommen aus der Ansiedlung von Unternehmen aus der Volksrepublik China zu teilen. 40 Prozent des Gewerbesteueraufkommens eines Unternehmens erhält das Verbandsmitglied, auf dessen Gebiet das Unternehmen seine Betriebsstätte unterhält, jeweils 30 Prozent des Gewerbesteueraufkommens erhalten die beiden anderen Verbandsmitglieder. Oberbürgermeister Udo Bausch bezeichnet „Drei gewinnt“ auch in dieser Hinsicht als wegweisendes Bündnis, dessen Ziel es sei, durch die strategische Zusammenarbeit die drei Städte als Wirtschaftsstandort und Lebensraum zukunftssicher aufzustellen. Dabei würden Synergieeffekte genutzt, Ressourcen gebündelt und gemeinsame Potenziale auf wirtschaftlicher, struktureller und politischer Ebene genutzt und ausgebaut. Gemeinsam sind die Städte in einem deutsch-chinesischen Städtenetzwerk mit mehreren chinesischen Stadtbezirken vernetzt. 2015 wurde die Kooperation dann durch die Bildung des Zweckverbands „Städtenetzwerk Fernost“ vertieft. Die Ansiedlung chinesischer Unternehmen im Rahmen von „Drei gewinnt“ wird über ein gemeinsames Standortmarketing umgesetzt und eine speziell hierfür geschaffene China-Kompetenzstelle, über die eine zielgerichtete Betreuung der Unternehmen von Beginn an möglich ist.

Zu den Kernaufgaben des Zweckverbands Städtenetzwerk Fernost zählen die Neuansiedlung von Unternehmen aus China, die Beratung von bereits in „Drei gewinnt“ ansässigen chinesischen Unternehmen sowie die Kommunikation zum Standort und den Serviceangeboten gegenüber chinesischen Partnern. Hinzu kommt daher auch eine intensive Netzwerkarbeit in „Drei gewinnt“ und der Region.

Der Zweckverband Städtenetzwerk Fernost ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und wird von den Städten Rüsselsheim am Main, Raunheim und Kelsterbach gebildet. Seine Organe sind die Verbandsversammlung und der Verbandsvorstand. Die Verbandsversammlung besteht aus einem Vertreter eines jeden Verbandsmitglieds. Im Jahr 2018 wurde die Verbandsversammlung durch Stadtverordnetenvorsteher Jens Grode (Stadt Rüsselsheim am Main) sowie die Stadtverordnetenvorsteherinnen Heike Blaum (Stadt Raunheim) und Helga Oehne (Stadt Kelsterbach) vertreten. Der Verbandsvorstand besteht aus dem Oberbürgermeister der Stadt Rüsselsheim am Main Udo Bausch, Raunheims Bürgermeister Thomas Jühe und dem Kelsterbacher Bürgermeister Manfred Ockel. Der Verbandsvorstand führt die Geschäfte des Verbands und wird von Anja Warnecke-Bi (Netzwerkmanagerin China) bei der Aufgabenerledigung unterstützt.

Quelle: Stadt Rüsselsheim am Main | Foto: Achim Weidner

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