In den Startlöchern: Die neue „Corona Series“ der Jazz-Fabrik könnte im April beginnen

Philip Zoubek Trio | Foto: Philip Zoubek

Die Bands der ersten Staffel stehen fest

Kurz vor Weihnachten hat Kultur123 Stadt Rüsselsheim anlässlich der Covid-19-Pandemie mit der Ankündigung einer zusätzlichen Konzertreihe ein Zeichen der Solidarität in die deutsche Jazz-Szene ausgesandt. Jetzt steht fest, welche Bands demnächst im Rahmen der Jazz-Fabrik die erste Staffel der „Corona Series“ bestreiten werden. Es handelt sich um das „Philip Zoubek Trio“ (7. April), um Philipp Groppers „PHILM“ (28. April), um das „Warnfried Altmann Trio“ (5. Mai) sowie um das Quartett „Re:Calamari“ (17. Mai).

Mit der „Corona Series“ beabsichtigt Kultur123 Stadt Rüsselsheim, die pandemiebedingten Einbußen von Jazz-Musikern wenigstens punktuell ein wenig zu verringern. Das Konzept der neuen Reihe sieht vor, ausgesuchten Bands aus der uns umgebenden deutschen Szene die Gelegenheit zu verschaffen, nach einer langen Zeit unverschuldeter Untätigkeit endlich wieder Einkünfte zu generieren – und zwar mit dem, was im Zentrum ihres Berufes steht: dem Musikmachen.

Die meisten Künstler sind seit einem guten Jahr zum Nichtstun verdammt. Theater und Konzertbühnen sind im Lockdown geschlossen. Doch zieht derzeit am Horizont ein Silberstreif der Hoffnung auf: Die hessischen Staatstheater planen, ab Ostern ihren Spielbetrieb unter strengen Hygieneregeln wieder aufzunehmen. Diese Absicht hat sich das Theater Rüsselsheim zu eigen gemacht. Demnach könnte sich auch hier der Vorhang Anfang April endlich wieder öffnen.

Die „Corona Series“ steht in den Startlöchern, das Gastspiel des in Köln lebenden Pianisten Philip Zoubek könnte die erste Kultur-Veranstaltung in Rüsselsheim nach Verhängung des Lockdowns werden. Das Programm wurde vom Kurator der Großen Reihe der Jazz-Fabrik, Stephan A. Dudek, zusammengestellt. Bei der Auswahl waren drei Kriterien auschlaggebend: die Verfügbarkeit, eine spürbare Zeitgenossenschaft der beteiligten Künstler sowie die künstlerische Originalität ihrer Musik.

Alle Konzerte gehen im geräumigen Theater-Foyer über die Bühne. Hier sind ideale Voraussetzungen zur Einhaltung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln gegeben. Besucher können über die beidseitigen Treppen-Auf- und Abgänge ihre jeweiligen Plätze erreichen und verlassen, ohne anderen Gästen nahe zu kommen. Der derzeit geplante Bestuhlungsplan lässt 60 Sitzplätze zu, die jeweils in Zweiergruppen angeordnet werden. Somit können zwischen 30 Einzelpersonen oder 30 einem gemeinsamen Haushalt angehörende Paare Platz finden. Dieser Plan wird entsprechend an die jeweils zum Veranstaltungstag geltenden Bedingungen gemäß der Landesverordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus angepasst.

Erste Reaktionen aus der Jazz-Szene fielen ausnahmslos positiv aus. Sogar Künstler, die in der ersten Staffel der „Corona Series“ noch nicht zum Zuge kommen, meldeten sich zu Wort und äußerten sich lobend über die Rüsselsheimer Initiative. Sollten die vereinbarten Gastspiele nicht möglich sein, können sich die Künstler auf ein festes Versprechen stützen: Kein Konzert wird abgesagt, die Termine werden allenfalls verschoben, einmal zugesagte Honorare gehen auf keinen Fall verloren.

„Corona Series“ – die Bands der ersten Staffel

Mittwoch, 7. April
Philip Zoubek Trio
Philip Zoubek (Piano), David Helm (Bass), Dominik Mahnig (Schlagzeug)

Der Österreicher Philip Zoubek erfindet das Klaviertrio neu. Er hat eine innovative Tonsprache entwickelt, die gleichermaßen im Jazz wie auch in der Neuen Musik wurzelt. Zu seinem Alleinstellungsmerkmal ist längst das präparierte Klavier geworden. Bassist David Helm und Schlagzeuger Dominik Mahnig gehören zu den etablierten Kräften der umtriebigen Kölner Szene. Zwischen 2015 und 2020 veröffentlichte Zoubek auf dem viel beachteten Label „Whyplayjazz“ nicht weniger als zwei Trio- sowie zwei Solo-CDs.

Mittwoch, 28. April
Philipp Groppers PHILM
Philipp Gropper (Tenorsaxophon), Elias Stemeseder (Piano), Robert Landfermann (Bass), Oliver Steidle (Schlagzeug)

PHILM, die Band des Berliner Saxophonisten Philipp Gropper, schafft es, Hektik, Getriebenheit, aber auch soziale Verzahnung unserer Tage in eindrucksvolle Töne zu packen. Groppers Musik illustriert gleichermaßen glorioses Triumphieren als auch fortwährende Anstrengung im Hamsterrad des herrschenden Zeitgeists. Im Vordergrund steht die Band als verzahnte Klangmaschine, die in höllischem Tempo durch Atmosphären und Emotionen zu schalten versteht.

Mittwoch, 5. Mai
Warnfried Altmann Trio

Warnfried Altmann (Saxophon), Andreas Willers (Gitarre), Willi Kellers (Schlagzeug)
Drei ausgeprägte Individualisten suchen nach einem gemeinsamen Ausdruck. Zu hören sind sie selten, noch seltener gemeinsam. Kein Wunder, dass hier völlig ungewohnte Strukturen, Klänge und Haltungen ihr Publikum suchen – gerne auch interdisziplinär mit Kollegen aus der Literatur oder auf der Theaterbühne bei Altmann und Kellers oder als Entdecker neuer Möglichkeiten der E-Gitarre bei Willers. Gemeinsam haben sie: Offenheit und ein klares Bekenntnis zur freien Improvisation.

Montag, 17. Mai
Re:Calamari

Wanja Slavin (Saxophon), Pablo Held (Piano), Oliver Lutz (Bass), Andi Haberl (Schlagzeug)
Ein bisschen Hardbop, ein wenig Fusion – das Ganze von herausragenden Musikern vorgetragen, die zur Crème de la Crème des jungen deutschen Jazz zählen. Bassist Oliver Lutz hat eine All-Star-Band zusammengetrommelt und der dabei entstandenen Musik das Label „Modern Creative Jazz“ verpasst. Mit dabei sind namhafte Kollegen: Wanja Slavin (Lotis Eaters), Pablo Held (Pablo Held Trio) und Andi Haberl (The Notwist). Das verspricht Energie, Leidenschaft und Spielfreude.

Um die Gesundheit der Gäste, Künstlern und Mitarbeitenden von Kultur123 Stadt Rüsselsheim zu gewähren, werden alle Veranstaltungen unter neuen Rahmenbedingungen durchgeführt. Zunächst finden aufgrund der Hygiene- und Abstandsregelungen alle Veranstaltungen mit begrenzten Besucherzahlen statt. Im gesamten Haus eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Weitere Details unter www.kultur123ruesselsheim.de sobald es eine neue Landesverordnung gibt.

Interessierte erhalten Karten voraussichtlich ab Mitte März in den Vorverkaufsstellen von Kultur123 Stadt Rüsselsheim, telefonisch unter 0 61 42 / 83 26 30, online auf www.kultur123ruesselsheim.de sowie an der Tages- bzw. Abendkasse.

Aufgrund der aktuellen Corona-Maßnahmen ist das Theater Rüsselsheim verpflichtet auch die Kontaktdaten aller Redakteure und Fotografen, die zu einer Vorstellung ins Theater Rüsselsheim kommen, vorzuhalten. Pressevertreter melden sich bitte vorab mit ihrem Namen, Adresse und Telefonnummer bei Ralf Keil (0 61 42 / 83 27 80 oder r.keil@kultur123ruesselsheim.de) an, damit ein entsprechender Sitzplatz reserviert werden kann.

Quelle: Kultur123 Stadt Rüsselsheim | Philip Zoubek Trio | Foto: Philip Zoubek